Studie zu Radikalisierung im Klimaprotest erschienen

Studie zu Radikalisierung im Klimaprotest erschienen

Die Studie „Klima Extrem“, die ich gemeinsam mit Helge Döring verfasst habe, untersucht erstmals empirisch die Frage, ob und in welcher Form innerhalb der Klimaprotestbewegung in Deutschland Radikalisierung beobachtbar ist. Ausgangspunkt der Untersuchung ist die öffentliche Debatte über Protestformen von Gruppen wie der „Letzten Generation“. Theoretisch basiert die Studie auf einem erweiterten Radikalisierungsverständnis sowie dem Zwei-Pyramiden-Modell nach McCauley und Moskalenko, dass zwischen Einstellungen und tatsächlichem Handeln unterscheidet. Methodisch stützt sich die Untersuchung auf teilnehmende Beobachtungen bei Protestcamps, Demonstrationen und Gerichtsverfahren sowie auf narrative Interviews mit Aktivisten unterschiedlicher Gruppen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Klimaprotestbewegung in Deutschland als heterogene Sammlungsbewegung zu verstehen ist, in der verschiedene Organisationen situativ zusammenarbeiten. Protestcamps übernehmen dabei wichtige Funktionen für Austausch, Mobilisierung und strategische Planung. Gleichzeitig wird deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Aktivist Gewalt gegen Personen klar ablehnt. Einzelne Akteure bewerten Sabotage oder Sachbeschädigung zwar teilweise als legitim, beteiligen sich jedoch meist nicht selbst daran. Insgesamt finden sich keine Hinweise auf eine breite Radikalisierung im Sinne einer systematischen Hinwendung zu politischer Gewalt. Vielmehr äußert sich Radikalisierung überwiegend in wachsender Frustration über politische Untätigkeit sowie einer stärkeren Organisierung und Politisierung innerhalb der Bewegung.

Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in der beigefügten Zusammenfassung.

Bibliografische Angaben:
Kurtenbach, S., & Döring, H. (2026). „Klima Extrem“ – Radikalisierung der Klimaprotestbewegung. Bonn: BICC

Die Studie ist online verfügbar unter: https://bicc.de/Publications/Report/Klima-Extrem/pu/15260

Gefördert wurde die Studie durch CoRE-NRW 

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