Neue Studie erschienen: Der Alltag danach: Räumliche Aspekte der Radikalisierung am Beispiel von Bonn-Tannenbusch

Neue Studie erschienen: Der Alltag danach: Räumliche Aspekte der Radikalisierung am Beispiel von Bonn-Tannenbusch

Ich freue mich, eine neue Studie aus dem Bereich Radikalisierungsprävention und sozialräumliche Forschung vorstellen zu dürfen.

Die Studie „Der Alltag danach: Räumliche Aspekte der Radikalisierung am Beispiel von Bonn-Tannenbusch“ untersucht den Zusammenhang zwischen Radikalisierung und Raum am Beispiel des Stadtteils Bonn-Tannenbusch. Im Mittelpunkt stehen räumliche Einflussfaktoren auf Radikalisierungsprozesse sowie Möglichkeiten sozialräumlicher Prävention. Die Ergebnisse zeigen, dass Radikalisierung nicht direkt durch Armut oder soziale Benachteiligung erklärt werden kann. Entscheidend sind vielmehr soziale Einbindungen in Gruppen mit klaren Normen und sozialer Kontrolle. Gleichzeitig wird deutlich, dass Stadtteile häufig pauschal stigmatisiert werden, obwohl sie intern vielfältig und differenziert sind.

Die Untersuchung zeigt außerdem, dass informelle soziale Kontrolle innerhalb der Nachbarschaft sowie formelle Kontrolle durch Sicherheitsbehörden zur Eindämmung extremistischer Dynamiken beitragen können. Demgegenüber erscheint die Rolle der Sozialen Arbeit bislang institutionell unzureichend verankert. Fehlende Zuständigkeiten und mangelnde Koordination erschweren eine systematische Präventionsarbeit. Insgesamt verdeutlicht die Studie die Bedeutung sozialräumlicher und vernetzter Ansätze, die lokale Akteur, Nachbarschaften und Angebotsstrukturen stärker in Präventionsstrategien einbeziehen.

Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in der Zusammenfassung, die hier heruntergeladen werden kann..

Bibliografische Angaben:
Weitzel, G., Kurtenbach, S., Schumilas, L., & Zick, A. (2026). Der Alltag danach: Räumliche Aspekte der Radikalisierung am Beispiel von Bonn-Tannenbusch. In T. Großbölting, K. Körber & A. Körs (Hrsg.), Zwischen Pluralisierung und Regulierung – Urbane Sozialreformen des Religiösen (S. 71–87). Campus.

Die Studie ist online verfügbar unter: https://campus.de/zwischen-pluralisierung-und-regulierung/CAM45501

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